Diagnose

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Wie findet man die Ursache heraus?

Viele ältere Menschen neigen dazu, Schwindel zu bagatellisieren. Das ist ein Fehler! Wenn auch Sie dauerhaft oder anfallartig unter Schwindel leiden, sollten Sie die Beschwerden ernst nehmen und als ersten und wichtigsten Ansprechpartner Ihren Hausarzt aufsuchen. Das A und O ist eine sorgfältige Anamnese, die in den meisten Fällen aufschlussreicher ist als teure, aber oft unnötige apparative Zusatzuntersuchungen.

Für dieses Gespräch nehmen manche Ärzte einen Fragebogen zur Hilfe, der ihnen als Gedächtnisstütze dient. Als alleiniges Instrument zur Abklärung des Schwindels reichen solche Formulare eher nicht aus, da Schwindel ein sehr komplexes Symptom mit vielen möglichen Ursachen oder Auslösern ist.

Die wichtigsten Fragen Ihres Arztes betreffen folgende Punkte:

  • Art des Schwindels
    Ihr Arzt wird Sie bitten, Ihr Schwindelgefühl zu beschreiben. Was empfinden Sie, wenn Ihnen schwindelig wird? Haben Sie das Gefühl, dass sich alles um Sie herum dreht, der Boden unter Ihren Füßen schwankt oder Sie sich wie in einem Lift auf und ab bewegen? Oder fühlen Sie sich eher unsicher und benommen? Wird Ihnen schwarz vor Augen, sehen Sie Sternchen oder empfinden eine große Leere im Kopf? Wie schlimm sind die Beschwerden?
  • Zeitliche Charakteristik
    Ihr Arzt wird außerdem wissen wollen, seit wann Sie unter den Beschwerden leiden. Ist Ihnen dauerhaft schwindelig oder kommen die Schwindelattacken anfallartig? Wie häufig treten sie auf und wie lange dauern die Schwindelanfälle? Sekunden, Minuten, Stunden oder Tage?
  • Schwindelauslöser
    Die Frage nach Faktoren, die den Schwindel auslösen oder verstärken, lässt ebenfalls Rückschlüsse auf Art und Ursache Ihrer Beschwerden zu. In welchen Situationen bzw. bei welchen Bewegungen wird Ihnen schwindelig? Beim Aufrichten aus einer Liegeposition? Bei schnellen Drehbewegungen? Durch Ändern der Liegeposition im Bett? Beim Hinlegen? Im Dunkeln?
  • Begleiterscheinungen
    Ein weiteres wichtiges Diagnosekriterium sind die Symptome, die den Schwindel begleiten. Ihr Arzt wird Sie daher fragen, ob Sie zeitgleich zu den Schwindelbeschwerden unter Übelkeit, Erbrechen, Druck auf den Ohren, Tinnitus, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Sehstörungen oder Herzrasen leiden.

Neben diesen vier Frageblöcken, die sich direkt auf den Schwindel beziehen, muss noch geklärt werden, welche Vor- und Begleiterkrankungen bestehen, ob Sie sich ausgewogen ernähren, ausreichend trinken und welche Medikamente Sie einnehmen. Die abschließende körperliche Untersuchung umfasst auch ein paar einfache Koordinationsprüfungen und eine Kontrolle der Augenbewegungen. Besteht Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung, wird Ihr Hausarzt Sie an den entsprechenden Facharzt überweisen. In vielen Fällen ist das jedoch nicht notwendig – sei es, dass bereits die Anamnese entscheidende Hinweise auf die Ursache des Schwindels liefert oder dass sich keine organischen Gründe finden lassen.

Broschüre zum Thema
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Die DSL hat eine Informationsbroschüre zum Thema "Schwindel im Alter" herausgegeben, um über die unterschiedlichen Formen und Ursachen von Altersschwindel zu informieren und Behandlungsmöglichkeiten vorzustellen.

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Die Art des Schwindels (Drehschwindel, Schwankschwindel, Liftschwindel, Benommenheit) gibt bereits sehr genaue Hinweise auf die Ursache.

Eine gründliche Anamnese ist der wichtigste Baustein im Rahmen der Diagnosestellung.

Zu den häufigsten Fehldiagnosen im Zusammenhang mit Schwindel gehören Halswirbelsäulensyndrome und andere orthopädische Erkrankungen.